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Die meisten westlichen Demokratien ringen heute mit dem Problem der Politikverdrossenheit. Ein wichtiger Grund hierfür ist die wachsende Entfremdung zwischen Staat und Bürger: Der Staat wird nicht als Manifestation des Gemeinwesens, sondern als eigenständiger Akteur wahrgenommen, an dessen Steuerung und Leistungen der Bürger nur sehr indirekt über Wahlen und Abgaben beteiligt ist.

Vertreter des Kommunitarismus, die das soziale Wesen des Menschen betonen, denken, dass dieser Entfremdung entgegengewirkt werden kann, indem die Gemeinschaft für den Einzelnen greifbar wird. Damit der Bürger sich als Teil eines Gemeinwesens erfahren kann, müssen die hochspezialisierten, aber im Alltag unsichtbaren Sphären der Politik und Verwaltung durch unmittelbare Bürgerbeteiligung ersetzt oder zumindest ergänzt werden.

Diese Idee einer „starken Demokratie“ liegt u.a. dem Konzept der Bürgerkommune zugrunde, das in den letzten Jahren in Deutschland tausendfach umgesetzt wurde. Dabei hat sich die Mobilisierung der Bürger für Formen der politischen Partizipation, wie z.B. Bürgerforen oder Bürgerhaushalte, als mühsam erwiesen. Das Management von Bürgerbeteiligung an der Erstellung öffentlicher Leistungen stellt eine noch größere Herausforderung dar. Im Vergleich zur reinen politischen Partizipation, bei der Politik und Verwaltung freiwillig Entscheidungsbefugnisse abgeben, erzeugt die Mitwirkung an der Produktion öffentlicher Leistungen jedoch echtes Ownership am Gemeinwesen.

Gleichzeitig hat das Internet mit der hochproduktiven Open-Source-Bewegung und funktionierenden Peer-to-Peer-Netzwerken bewiesen, dass es neue Lösungen für Koordinations- und Kontrollprobleme, insbesondere dezentraler Produktionsformen, bietet. Zudem liegen durch die Einführung des New Public Management umfassende Erfahrungswerte zur Auslagerung staatlicher Teilaufgaben an private Akteure vor.

In meinem Essay möchte ich darlegen, wie durch die erweiterten Möglichkeiten des Internets (Stichwort Open Government) und den Lehren des New Public Management eine größere Beteiligung der Bürger an der Erstellung öffentlicher Leistungen organisiert werden kann, um so im Sinne des Kommunitarismus eine aktiven Bürgerschaft und ein verändertes Staatsverständnis herzustellen.

Die Krise der Arbeitsgesellschaft und die Ökonomisierung als gesellschaftliches Problem schreiten voran. Die Pluralisierung von Arbeitsverhältnissen und damit einhergehend ihre immer weiter um sich greifende Prekarisierung fordern ehemals etablierte Modi der Interessenvertretung von Arbeitnehmern und die Problemlösungsfähigkeit korporatistischer Institutionen heraus. Rekommodifizierungstendenzen greifen um sich. So sprechen Boltanski und Chiapello von einem neuen Geist des Kapitalismus mit dem Idealtypus des/der Projektarbeiter_in.

Dörres Landnahmetheorem versucht, die Fähigkeit des Kapitalismus zu fassen, sich immer neue Verwertungsmöglichkeiten zu erschließen. So auch in der Arbeitswelt. Die zunehmende Virulenz von Arbeitskraftunternehmern in verschiedensten Branchen, die Krise und Organisationsschwächer der Gewerkschaften bringen einen Verlust von Primär- und Sekundärmacht von abhängig Beschäftigten und insbesondere den sogenannten neuen Selbstständigen mit sich. Viele arbeitspolitische Forderungen sind auf Ebene der Tarifpolitik nur erschwert verhandelbar. Es haben sich mitbestimmungsfreie Zonen gebildet.

Neue, informelle Formen der Interessenvertretung scheinen zur prägenden Kraft zu werden. Ihre Eignung scheint fraglich. Dies kann zum einen neue Formen der Arbeitsregulierung notwendig machen, zum anderen stellt sich die Frage nach geeigneten Modi der Organisation alternativer kollektiver Vertretungsformen zur Dursetzung geteilter Interessen.

Im Essay möchte ich versuchen, die Problemlage anhand einer ausgewählten Branche in ihrer Relevanz zu verdeutlichen und Ansätze, Vorschläge und Aktionskorridore zur Abhilfe bzw. Gestaltung der neuen Arbeitsformen skizzieren und diskutieren. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden zur Revitalisierung der arbeitsmarktpolitischen Debatte für humane Arbeitsbedingungen gegen marktradikalisierte, wettbewerbszentrierte Position. Ziel ist eine Erweiterung der Arbeitspolitik auf individuelle Handlungsstrategien, gesellschaftspolitische Akteure und staatlichen Institutionen.

Komplexe Sicherheitssituationen erfordern komplexe Sicherheitsstrategien. Die zuletzt im Irak und in Afghanistan angewandte Militär-Strategie der Aufstandsbekämpfung (Counter insurgency bzw. COIN) ist eine solche komplexe Strategie. Abgeleitet aus den spezifischen Sicherheitsanforderungen der Konfliktsituation – asymmetrische Konflikte unter der Bedingung fragiler Staatlichkeit – vereint diese Strategie zivile und militärische Elemente. Doch nicht immer erweist sie sich als zielführend – im Gegenteil, zum Teil sieht sich das Militär sogar dem Vorwurf ausgesetzt, die Lage noch zu verschlimmern.

Der Human Security Ansatz von Mary Kaldor setzt an Kritikpunkten der derzeitigen Militärdoktrin COIN an und schlägt ein alternatives Konzept in Anlehnung an das UNDP Konzept der Human Security vor. Zentral dabei der Fokus auf dem Schutz der Zivilisten – und zwar noch vor dem Schutz der eigenen Soldaten im Kampfeinsatz und übergeordneten nationalstaatlichen Interessen. Fundierung des Ansatzes ist der globale Geltungsanspruch universeller Menschenrechte, der sich praktisch in der UN-Mandatierung von Einsätzen im Sinne der Durchsetzung des Völkerrechts fortsetzt. Damit entwickelt Kaldor ein Sicherheitskonzept, das in Global Governance Strukturen eingebettet ist und auf der Idee der Cosmopolitan Citizenship fußt. Die Zukunftsfähigkeit des Ansatzes liegt somit in der konsequenten Durchsetzung des Völkerrechts – und zwar jenseits nationalstaatlicher Grenzen. Doch wie realistisch ist die Umsetzung dieses Konzepts?

Der Essay beschäftigt sich mit eben dieser Frage und setzt an den Problemen derzeitiger COIN Implementierung an, um die Vorteile bzw. Weiterentwicklung des Ansatzes von Kaldor herauszuarbeiten. Ziel des Essays ist, zu identifizieren, in welchen Elementen die von Kaldor selbst eingeräumte Utopie liegt und welche Komponenten zukunftsfähige Impulse für die weitere Ausrichtung der Sicherheitsstrategien in komplexen Operationen liefern.

Die Welt verändert sich stetig. Das gilt nicht für ihre Oberfläche, Vegetation, Architektur oder Mode, sondern auch für die Sprachen. Die menschliche Sprache verwandelt sich kontinuierlich, Worte kommen hinzu oder verschwinden aus dem Wörterbuch. Es bilden sich verschiedene Slangs und Fachsprachen, die nur von einigen Wenigen gesprochen werden.

Während viele unserer Mitmenschen den Verlust des Sprachschatzes durch Anglizismen und Internet-Neologismen fürchten, konzentriert sich dieser Essay auf das, was wir wirklich verlieren, wenn sich eine Sprache nicht weiterentwickelt, sondern gänzlich vergeht. Von unseren geschätzt 6.500 Sprachen werden in den nächsten hundert Jahren 5.900 Sprachen dem Untergang geweiht sein. Viele von ihnen, genauer gesagt 20 %, sind jetzt schon so gut wie tot, denn sie werden von nur noch 5-20 Personen gesprochen. Und sobald diese Sprachgemeinschaft stirbt, wird ihre Sprache mit ihnen gehen.

Doch worin genau liegt dieser Verlust eigentlich? Sprache ist nicht nur ein Verständigungsmittel zwischen Menschen, sie ist auch ein Teil der Kultur und der Geschichte. Identität und Diversität gehen gleichermaßen verloren. Dieser Verlust ist so gut wie unaufhaltsam, denn eine Sprache kann nicht zum Leben gezwungen werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sie aufzuzeichnen und somit überdauern zu lassen.

Ziel des Essays ist es nicht, Lösungen gegen das Sprachensterben zu finden. Denn eine Sprache gegen den Willen oder die Möglichkeiten der Sprecher am Leben zu erhalten ist sowohl kompliziert als auch fragwürdig. Vielmehr soll die Schaffung eines neuen Bewusstseins für das größte Kommunikationsmittel im Vordergrund stehen und ein neues Licht auf die Sprachkultur werfen.

Unsere gegenwärtigen Handlungen beeinflussen den zukünftigen Zustand unserer Gesellschaft. Gleichzeitig sind unsere Handlungen von Institutionen, als Systeme von verhaltenssteuernden Regeln, bestimmt. Um zukunftsfähig zu sein, bedarf es daher Institutionen, die zukunftsfähiges Verhalten fördern.

Die Politik, als legitimer Inhaber der Gestaltungskompetenz hat das Recht formelle Institutionen festzulegen oder zu verändern. Formelle Institutionen sind Regeln, die durch positive und negative Sanktionen Anreize setzen, sich in einer bestimmten Weise zu verhalten, wie zum Beispiel Gesetze.

Mittels formaler Institutionen kann die Politik also Anreize für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten und nachhaltiges Verhalten von Individuen setzen.

In nationalstaatlichen Demokratien begünstigt das System durch die gewollten regelmäßigen Wahlen und zeitlich begrenzten Legislaturperioden jedoch kurzfristig wirkende Entscheidungen, die eine (Wieder-)Wahl unterstützen sollen. Institutionen, deren Anreize zukunftsfähiges Verhalten hervorrufen, werden von der Politik nicht umgesetzt, da sie kurzfristig nicht mit den Erfolgsfaktoren übereinstimmen, die zur Zielerreichung der Politiker und Parteien unter den gegebenen Anreizstrukturen führen.

Um eine Gesellschaft wie Deutschland nachhaltiger und somit zukunftsfähiger zu machen, müssten demnach die Anreizstrukturen für Politiker verändert werden.

Wie kann dem gewollten kurzfristigen Horizont in Demokratien eine feste langfristige Perspektive hinzugefügt werden?

In diesem Essay werden zuerst kurz Institutionen vorgestellt, dann wird auf das Anreizsystem des deutschen Politiksystems eingegangen. Abschließend werden verschiedene Reformvorschläge diskutiert, die das Ziel haben, in der Bundesrepublik Deutschland mehr nachhaltig wirkende Entscheidungen zu produzieren.

Resignation in Form einer scheinbaren Handlungsunfähigkeit von Einzelnen stellt heute eine Gefahr für das Individuum an sich und die zukünftige Lebensfähigkeit des Menschen dar. Gerade unsere Konsumgewohnheiten stellen unsere Selbstmächtigkeit in Frage und tragen zu ökologischen und sozialen Krisen bei.

Dieser Essay beschäftigt sich daher mit dem vielfach ungenutzten Handlungspotential des Einzelnen und fragt:

Wie kann sich (nachhaltiger) Bewusstseinswandel auf individueller Ebene vollziehen?

Welche Voraussetzungen und Hindernisse bestehen heute dafür?

Wie ist letzteren entgegenzutreten?

Anstatt rein moralisch zu argumentieren, sollen ästhetische Aspekte als Grundlage nachhaltigen Handelns aufgezeigt werden. Ästhetische Gesichtspunkte der Balance, des rechten Maßes und der Einfachheit verbinden lebenskünstlerische Aspekte mit nachhaltiger Entwicklung.

Als Alternative zur Resignation, die letztlich in einer Selbstaufgabe des Individuums zu münden droht, wird das Konzept der „Lebenskunst“ vorgestellt, das Ausgangspunkt eines neuen Selbstverständnisses des Individuums bilden könnte und dabei helfen kann, Gewohnheiten und Resignation zu durchbrechen. Der Lebenskünstler begreift sein Leben als prozessuales Kunstwerk, als Experiment und Möglichkeit, sich immer wieder neu handelnd hervorzubringen und zu erproben.

Was macht eine Gesellschaft zukunftsfähig? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte eine Gesellschaft haben, um zukunftsfähig zu sein? Die Fähigkeit einer Gesellschaft generell eine Zukunft zu haben, ist mit dem zukünftigen Vorhandensein dieser Gesellschaft verbunden. Damit zielt die Frage nach der Zukunftsfähigkeit von Gesellschaft auf die Bedingungen ab, welche erfüllt sein müssen, um die Existenz der Gesellschaft langfristig zu erhalten.

Mit diesem Beginn des Essays ist die grundsätzliche Verbindung von Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit aus dem Titel schon gelegt. Dass mit den Bedingungen langfristiger Erhaltung auch die Bedingungen für Nachhaltigkeit erfüllt sind, strebt das  Essay an, dem Leser zu verdeutlichen. Es geht dabei zum einen um die Analyse eines aktuellen Verständnisses von Nachhaltigkeit aus dem politischen Raum. Denn gerade der politische Raum gibt viele Regeln für das Handeln der Menschen in der Gesellschaft und damit einen Teil der gelebten Nachhaltigkeit vor. Einige Probleme, welche dieses vorhandene Verständnis von Nachhaltigkeit mit sich bringt, werden aufgezeigt. Mit einer philosophischen Analyse dessen was Nachhaltigkeit bedeutet, wird zu einem anderen Verständnis von Nachhaltigkeit hingeleitet, welches die Probleme des zu Beginn angeführten Verständnisses nicht mehr beinhaltet. Das in diesem Essay eingeführte Existenzraum-Modell verdeutlicht, in welcher Abhängigkeit die vorhandenen Systeme auf der Erde stehen und in welcher Hierarchie sie zueinander stehen.

An drei beispielhaften Systemen wird klar, dass diese nur mit einem übergeordneten System überhaupt existieren können. Ohne ein übergeordnetes ökologisches Gesamtsystem kein darunter geordnetes Soziales Subsystem und ein wiederum kein darunter geordnetes Ökonomisches Subsubsytem. Das für wirkliche Nachhaltigkeit über einen langen Zeitraum ein Erhalten im Einklang mit den übergeordneten Systemen notwendig ist und eine Beschädigung eines übergeordneten Systems eben auch eine Gefahr für die Existenz des eigenen System ist.

Eine zukunftsfähige Gesellschaft ist auf Nachhaltigkeit als die Zukunftsfähigkeit erzeugende Bedingung angewiesen. Daher sind gesellschaftliche Entwicklungen, die den sozialen Zusammenhalt des gemeinschaftlichen Lebens als Gesellschaft weiter reduzieren, als eine Gefährdung für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu sehen. Genau das gleiche gilt auch für die ökologischen Grundlagen, um dessen Existenz auch eine menschliche Gesellschaft nicht herum kommt. Die Beschädigung des Ökologischen Systems Erde ist eine Gefährdung der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Auf welchen Zeitraum sich die Gewährleistung einer Zukunftsfähigkeit der eigenen Gesellschaft belaufen sollte, ist ein wichtiger Dialog, der in diesem Jahrhundert geführt werden muss. Denn viele Zeichen deuten darauf hin, dass die heutige Lebensweise vieler Menschen nicht viel Zukunft für weitere Generationen übrig lässt. Generationengerechtigkeit im globalen und allumfassenden Sinn darf im politischen Raum nicht in sich vertiefenden Verteilungsdiskussionen ausgespart werden und muss mehr in den Fokus gerückt werden.

Thema unserer Publikation ist Zukunft. Doch was können wir überhaupt über die Zukunft wissen? Ist sie nicht völlig offen und unsicher?

Es fällt uns schwer, mit der Unsicherheit umzugehen. Ob im Orakel, in Prophezeiungen, der Astrologie oder in der modernen Statistik – zu jeder Zeit wurde und wird versucht, das, was noch nicht ist, erfahrbar und vorhersehbar zu machen, um der Unsicherheit zu entgehen und eine Grundlage für Entscheidungen zu schaffen.

Zweifelsohne ist die Statistik heute eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Instrument, um mit der Offenheit der Zukunft umzugehen. Dabei ist sie durchaus nicht unumstritten.

In diesem Schreibprojekt soll die Rolle der Statistik in Prognostik und Zukunftsgestaltung herausgearbeitet werden. Hierzu werden ihre Grundlagen und Grenzen skizziert sowie das Fiktionale als ihr konstruktives Moment bestimmt. Sie schafft, ebenso wie der moderne Roman, der sich parallel zur modernen Statistik herausbildet, alternative, mögliche bzw. wahrscheinliche Welten, die zur kulturellen Wirklichkeits- und Bedeutungskonstruktion beitragen.

Da Statistik zudem einen maßgeblichen Einfluss auf wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse hat, muss ihre wissenschaftliche Praxis transparent und selbstkritisch sein.

Recycling ist ein Prozess, mit dem wir täglich, meistens unbewusst, zu tun haben. Ob bei der Mülltrennung zu Hause oder unterwegs, bei der Frage nach der richtigen Entsorgung von Elektromüll oder auch morgens beim „Coffee to go“.

Wäre es nicht sehr einfach, sich bereits morgens in der Uni für den umweltfreundlicheren Weg zu entscheiden und anstatt des nicht recyclebaren Plastik-„Coffee to go“ lieber eine Tasse zu wählen? In Deutschland verbrauchen wir 6 Milliarden Pappbecher pro Jahr, die aus einer halben Millionen Bäume hergestellt werden. Es wird Zeit, dass wir unser Konsumverhalten überdenken und aus dem „Coffee to go“ einen „Coffee to stay“ machen, wie es das Studentenwerk Berlin längst vorschlägt.

Neben der ökologischen Dimension hat Recycling auch eine kreative Komponente – ob in der Dritten Welt, wo aus Müllbergen funktionelle Dinge hergestellt werden, oder neuerdings bei Designern Europas, deren Produkte zwischen Alltags- und Kunstobjekten changieren.

Zudem wird Recycling zu einem sozialen Spiel, wenn junge Leute Klamottentausch-Parties veranstalten oder in Nähcafés ihre alte Kleidung selbst umnähen.

Könnte Recycling ein möglicher Ausweg sein, von einer Wegwerfgesellschaft hin zu einer Teil- und Tauschgesellschaft zu gelangen? Wie können wir aus Recycling als eine verkannte Hippie-Strategie einen neuen hippen Trend machen? Dazu versucht der Essay Antworten zu finden.

Durch den Geburtenrückgang, die Überalterung und die Abwanderung der Bevölkerung ins Ausland sank die Einwohnerzahl Deutschlands von 82,531 Mio. im Jahr 2003 auf 81,802 Mio. im Jahr 2009. Schätzungen zufolge, wird die Zahl im Laufe der Jahre immer weiter sinken. Birg prognostiziert für das Ende des 21. Jahrhunderts, dass die Bevölkerungszahl Deutschlands auf 24 bis 30 Mio. Einwohner gesunken sein wird.

Woran liegt es, dass Frauen in Deutschland immer weniger Kinder bekommen? Warum bleiben so viele kinderlos?

Kinder werden in unserer Gesellschaft – anders als in anderen Nationen – vornehmlich als Risikofaktor behandelt. Hinzu kommen die schlechten sozialen Absicherungen für Mütter, Väter und Kinder.

Es muss ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden, in dem Kinder keine Risikofaktoren mehr darstellen. Die Politik sollte familienfreundlicher gestaltet werden und langfristig sowie nachhaltig handeln. Sozialsysteme müssen überholt werden, um einen explosionsartigen Anstieg der Beiträge zu vermeiden. Auch die Einwanderungspolitik sollte attraktiver gestaltet werden, um gesellschaftliche Diversität zu gewährleisten.

Wir müssen im Hier und Jetzt investieren, um auch in der Zukunft als Gesellschaft gut leben zu können.