Gesellschaft

Resignation in Form einer scheinbaren Handlungsunfähigkeit von Einzelnen stellt heute eine Gefahr für das Individuum an sich und die zukünftige Lebensfähigkeit des Menschen dar. Gerade unsere Konsumgewohnheiten stellen unsere Selbstmächtigkeit in Frage und tragen zu ökologischen und sozialen Krisen bei.

Dieser Essay beschäftigt sich daher mit dem vielfach ungenutzten Handlungspotential des Einzelnen und fragt:

Wie kann sich (nachhaltiger) Bewusstseinswandel auf individueller Ebene vollziehen?

Welche Voraussetzungen und Hindernisse bestehen heute dafür?

Wie ist letzteren entgegenzutreten?

Anstatt rein moralisch zu argumentieren, sollen ästhetische Aspekte als Grundlage nachhaltigen Handelns aufgezeigt werden. Ästhetische Gesichtspunkte der Balance, des rechten Maßes und der Einfachheit verbinden lebenskünstlerische Aspekte mit nachhaltiger Entwicklung.

Als Alternative zur Resignation, die letztlich in einer Selbstaufgabe des Individuums zu münden droht, wird das Konzept der „Lebenskunst“ vorgestellt, das Ausgangspunkt eines neuen Selbstverständnisses des Individuums bilden könnte und dabei helfen kann, Gewohnheiten und Resignation zu durchbrechen. Der Lebenskünstler begreift sein Leben als prozessuales Kunstwerk, als Experiment und Möglichkeit, sich immer wieder neu handelnd hervorzubringen und zu erproben.

Recycling ist ein Prozess, mit dem wir täglich, meistens unbewusst, zu tun haben. Ob bei der Mülltrennung zu Hause oder unterwegs, bei der Frage nach der richtigen Entsorgung von Elektromüll oder auch morgens beim „Coffee to go“.

Wäre es nicht sehr einfach, sich bereits morgens in der Uni für den umweltfreundlicheren Weg zu entscheiden und anstatt des nicht recyclebaren Plastik-„Coffee to go“ lieber eine Tasse zu wählen? In Deutschland verbrauchen wir 6 Milliarden Pappbecher pro Jahr, die aus einer halben Millionen Bäume hergestellt werden. Es wird Zeit, dass wir unser Konsumverhalten überdenken und aus dem „Coffee to go“ einen „Coffee to stay“ machen, wie es das Studentenwerk Berlin längst vorschlägt.

Neben der ökologischen Dimension hat Recycling auch eine kreative Komponente – ob in der Dritten Welt, wo aus Müllbergen funktionelle Dinge hergestellt werden, oder neuerdings bei Designern Europas, deren Produkte zwischen Alltags- und Kunstobjekten changieren.

Zudem wird Recycling zu einem sozialen Spiel, wenn junge Leute Klamottentausch-Parties veranstalten oder in Nähcafés ihre alte Kleidung selbst umnähen.

Könnte Recycling ein möglicher Ausweg sein, von einer Wegwerfgesellschaft hin zu einer Teil- und Tauschgesellschaft zu gelangen? Wie können wir aus Recycling als eine verkannte Hippie-Strategie einen neuen hippen Trend machen? Dazu versucht der Essay Antworten zu finden.

Die Welt verändert sich stetig. Das gilt nicht für ihre Oberfläche, Vegetation, Architektur oder Mode, sondern auch für die Sprachen. Die menschliche Sprache verwandelt sich kontinuierlich, Worte kommen hinzu oder verschwinden aus dem Wörterbuch. Es bilden sich verschiedene Slangs und Fachsprachen, die nur von einigen Wenigen gesprochen werden.

Während viele unserer Mitmenschen den Verlust des Sprachschatzes durch Anglizismen und Internet-Neologismen fürchten, konzentriert sich dieser Essay auf das, was wir wirklich verlieren, wenn sich eine Sprache nicht weiterentwickelt, sondern gänzlich vergeht. Von unseren geschätzt 6.500 Sprachen werden in den nächsten hundert Jahren 5.900 Sprachen dem Untergang geweiht sein. Viele von ihnen, genauer gesagt 20 %, sind jetzt schon so gut wie tot, denn sie werden von nur noch 5-20 Personen gesprochen. Und sobald diese Sprachgemeinschaft stirbt, wird ihre Sprache mit ihnen gehen.

Doch worin genau liegt dieser Verlust eigentlich? Sprache ist nicht nur ein Verständigungsmittel zwischen Menschen, sie ist auch ein Teil der Kultur und der Geschichte. Identität und Diversität gehen gleichermaßen verloren. Dieser Verlust ist so gut wie unaufhaltsam, denn eine Sprache kann nicht zum Leben gezwungen werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sie aufzuzeichnen und somit überdauern zu lassen.

Ziel des Essays ist es nicht, Lösungen gegen das Sprachensterben zu finden. Denn eine Sprache gegen den Willen oder die Möglichkeiten der Sprecher am Leben zu erhalten ist sowohl kompliziert als auch fragwürdig. Vielmehr soll die Schaffung eines neuen Bewusstseins für das größte Kommunikationsmittel im Vordergrund stehen und ein neues Licht auf die Sprachkultur werfen.