Wirtschaft

Wie können unsere Schulden unsere Freiheit gefährden?

Diese Ausgangsfrage stellend, wird der Begriff des „Vermögens“ analysiert und damit verdeutlicht, welche Wechselwirkung zwischen Freiheit und Schulden besteht. Das Vermögen beschreibt einerseits die Gesamtheit unseres physischen Besitzes, aber zugleich auch unsere Befähigung, bestimmte Dinge zu tun oder auf eine bestimmte Weise zu Handeln:

„Ich vermag diesen Berg zu besteigen!“

„Ich habe das Vermögen mich exakt auszudrücken.“

Der Begriff beschreibt also im weitesten Sinne unseren Reichtum auf einem Gebiet. Dennoch wird er meist für unseren Besitz verwendet. Dies zeigt, dass durch seine Konnotation ein Zerrverhältnis angegeben wird zwischen dem, was wir tun können, also unserer Handlungsfreiheit, und unserem Besitz. Die anfängliche Frage aufgreifend sehen wir nun, dass eine starke Verbindung zwischen unserer Verschuldung (negativem Besitz) und unserer Freiheit besteht.

Die Krise der Arbeitsgesellschaft und die Ökonomisierung als gesellschaftliches Problem schreiten voran. Die Pluralisierung von Arbeitsverhältnissen und damit einhergehend ihre immer weiter um sich greifende Prekarisierung fordern ehemals etablierte Modi der Interessenvertretung von Arbeitnehmern und die Problemlösungsfähigkeit korporatistischer Institutionen heraus. Rekommodifizierungstendenzen greifen um sich. So sprechen Boltanski und Chiapello von einem neuen Geist des Kapitalismus mit dem Idealtypus des/der Projektarbeiter_in.

Dörres Landnahmetheorem versucht, die Fähigkeit des Kapitalismus zu fassen, sich immer neue Verwertungsmöglichkeiten zu erschließen. So auch in der Arbeitswelt. Die zunehmende Virulenz von Arbeitskraftunternehmern in verschiedensten Branchen, die Krise und Organisationsschwächer der Gewerkschaften bringen einen Verlust von Primär- und Sekundärmacht von abhängig Beschäftigten und insbesondere den sogenannten neuen Selbstständigen mit sich. Viele arbeitspolitische Forderungen sind auf Ebene der Tarifpolitik nur erschwert verhandelbar. Es haben sich mitbestimmungsfreie Zonen gebildet.

Neue, informelle Formen der Interessenvertretung scheinen zur prägenden Kraft zu werden. Ihre Eignung scheint fraglich. Dies kann zum einen neue Formen der Arbeitsregulierung notwendig machen, zum anderen stellt sich die Frage nach geeigneten Modi der Organisation alternativer kollektiver Vertretungsformen zur Dursetzung geteilter Interessen.

Im Essay möchte ich versuchen, die Problemlage anhand einer ausgewählten Branche in ihrer Relevanz zu verdeutlichen und Ansätze, Vorschläge und Aktionskorridore zur Abhilfe bzw. Gestaltung der neuen Arbeitsformen skizzieren und diskutieren. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden zur Revitalisierung der arbeitsmarktpolitischen Debatte für humane Arbeitsbedingungen gegen marktradikalisierte, wettbewerbszentrierte Position. Ziel ist eine Erweiterung der Arbeitspolitik auf individuelle Handlungsstrategien, gesellschaftspolitische Akteure und staatlichen Institutionen.

In Folge der Wirtschaftskrise sind viele junge Menschen gewillt, ihre Heimat zu verlassen, um andernorts ihr Glück zu suchen: Ob studierte Ingenieure, Ärzte oder Bachelor-Absolventen der Architektur aus Griechenland, Spanien und Portugal – nicht wenige zieht es ins Ausland, z.B. nach Deutschland. Allerdings landen sie trotz allem hierzulande häufig als Kellner in einem Restaurant, weil ihre Berufsqualifikationen in Deutschland nicht anerkannt werden.

Durch einen Bundesratsbeschluss vom 4.11.2011 soll es zukünftig leichter werden, im Ausland erworbene Berufsqualifikationen anerkennen zu lassen. Rund 300.000 Menschen sind von der gesetzlichen Neuregelung betroffen.

Stellt dieses Gesetz tatsächlich eine Hilfe für junge Einwanderer dar?

Mit welchen Problemen haben sie dennoch zu kämpfen?

Wir müssen verstehen, dass der Prozess der Globalisierung auch Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik erfordert und Lösungen finden, um eine bessere internationale Zusammenarbeit zu etablieren. Ein erster Schritt wäre die Schaffung von mehr Transparenz und eine bessere Kooperation innerhalb der EU.

Wo setzen diese Lösungen an?

Eine bessere interkulturelle Zusammenarbeit im Rahmen der Erarbeitung internationaler Standards und in der Äquivalenzanerkennung würde auch dazu führen, dass Deutsche in der EU mobiler sein könnten.

Heute hungern fast 1 Mrd. Menschen weltweit. Dabei ist es nicht so, dass nicht genügend Nahrung für die mittlerweile 7 Mrd. Menschen vorhanden wäre. 50% der produzierten Nahrungsmittel werden weggeworfen. Zumal sind 5 Mio. chronisch übergewichtig. In seinem Vortrag »Aufstand des Gewissens« (2011) sagt Jean Ziegler daher: »Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet«.

Gleichzeitig werden die ärmsten Länder der Welt ihrer Böden beraubt: China kauft z.B. unter dem Vorwand der Entwicklungszusammenarbeit Land in Afrika zur Ernährung der eigenen Bevölkerung auf.

Die Böden werden vielfach durch den Anbau von Monokulturen unfruchtbar gemacht; ohnehin rare Wasserressourcen für die Nahrungsmittelproduktion anderer Länder auf afrikanischem Boden aufgebraucht.

Besonders die Massentierhaltung verbraucht wertvolle Ressourcen:

80% aller landwirtschaftlichen Flächen dienen der Haltung von Masttieren und dem monokulturellen Anbau von Futter für eben diese Tiere. Auch ein Großteil des Wasservorkommens wird für die Massentierhaltung verbraucht. Sie ist zudem der Hauptverursacher des Klimawandels – mehr als Schiffe, Autos, Züge und Flugzeuge zusammen.

Vermeintliche Lösungsansätze zur Hungerbekämpfung, z.B. Hybridreis und sogenannter »Goldener Reis« sind, wie in diesem Schreibprojekt argumentiert wird, wenig nachhaltig und vielfach paradox. Die bereits vorhandenen Probleme wie der Mangel an fruchtbaren Böden, Klimawandel und Verteilungsungerechtigkeiten werden nur weiter verschärft.

Welche realistischen und wirklich nachhaltigen Ansätze können die Verteilungsungerechtigkeiten entschärfen? Wie können diese durchgesetzt werden?