Pia Haars ist Gründungsmitglied von »Zoon Politikon – Werkstatt für Politik und Wirtschaft e. V.«.

Derzeit studiert sie im M.Sc. Risk Analysis am King’s College in London. Ihren Bachelor in Politik & Wirtschaft absolvierte sie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, während dessen sie auch ein Jahr an der Marmara Üniversitesi in Istanbul verbracht.

Fachlich liegt ihr Schwerpunkt in den Bereichen gesellschaftlicher Risikoanalyse und –management sowie Political Risk Analysis (insbesondere in den Regionen Balkan, Kaukasus und Türkei). Im weiteren Sinne beschäftigt sie sich mit Umwelt- und Verhaltensökonomik, Public Choice, Politischer Ökonomie und der Politik des globalen Finanzsystems.

Nach seinem Abitur absolvierte Stephan Gürtler ein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Ecologic Institut Berlin, einem internationalen Think Tank für Umwelt und Entwicklung.

Seit Beginn seines Studiums 2010 unterstützt er das Ecologic Institut mit redaktioneller Betreuung von Newsletter und Internetpräsenz sowie Arbeiten in den Bereichen Umweltkommunikation, Wissensmanagement und Web Design.

Er studiert an der Universität Potsdam Politik und Verwaltung sowie im Nebenfach Volkswirtschaftslehre.

Seit Anfang 2012 engagiert er sich im neugegründeten oikos-Chapter Berlin, wo er unter anderem Informationsveranstaltungen zum Rio+20 Gipfel 2012 organisiert.

N. Clara Grass studiert Kulturwissenschaft und Anglistik/Amerikanistik an der Universität Potsdam und wartet derzeit auf eine positive Rückmeldung des Erasmus-Programmes.

Ihr Hauptinteresse  im Bereich der Kulturwissenschaften liegt auf dem lenkenden bzw. manipulativen Einfluss moderner Medien.

Neben dem Studium und dem Nebenjob als Textilverkäuferin spielt sie seit zwölf Jahren Klavier, was ihr den nötigen Ausgleich zum Alltag verschafft.

Sebastian Geschonke studiert an der Universität Potsdam Ökonomie und Philosophie.

Für ihn darf Wissenschaft nicht nur ein Ratgeber für andere sein. Sie sollte die schlechten Ideen entlarven und die guten Ideen in die Köpfe der Menschen tragen. Deswegen ist er vielfach politisch engagiert und bereit in der Diskussion neue Perspektiven zu geben und auch anzunehmen.

Peter Eibich erlangte seinen Bachelorabschluss im Fach Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Derzeit studiert er Statistik im Master-Studiengang an der Humboldt-Universität und ist als studentische Hilfskraft am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin tätig.

Zu seinen Schwerpunkten zählen empirische Analysen aus dem Bereich der Gesundheitsökonomie und Epidemiologie.

Linn Burchert erlangte ihren Bachelorabschluss in den Fächern Kulturwissenschaft und Anglistik/ Amerikanistik an der Universität Potsdam. Seit 2012 studiert sie im Master Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft.

Sie ist als Tutorin für wissenschaftliches Arbeiten sowie Mentorin an der Universität tätig und arbeitet als studentische Hilfskraft am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in der Verbindung (lebens-)künstlerischer, kultur- und naturwissenschaftlicher Diskurse sowie der Wissenschaftsgeschichte.

Linn Burchert auf Xing

Die meisten westlichen Demokratien ringen heute mit dem Problem der Politikverdrossenheit. Ein wichtiger Grund hierfür ist die wachsende Entfremdung zwischen Staat und Bürger: Der Staat wird nicht als Manifestation des Gemeinwesens, sondern als eigenständiger Akteur wahrgenommen, an dessen Steuerung und Leistungen der Bürger nur sehr indirekt über Wahlen und Abgaben beteiligt ist.

Vertreter des Kommunitarismus, die das soziale Wesen des Menschen betonen, denken, dass dieser Entfremdung entgegengewirkt werden kann, indem die Gemeinschaft für den Einzelnen greifbar wird. Damit der Bürger sich als Teil eines Gemeinwesens erfahren kann, müssen die hochspezialisierten, aber im Alltag unsichtbaren Sphären der Politik und Verwaltung durch unmittelbare Bürgerbeteiligung ersetzt oder zumindest ergänzt werden.

Diese Idee einer „starken Demokratie“ liegt u.a. dem Konzept der Bürgerkommune zugrunde, das in den letzten Jahren in Deutschland tausendfach umgesetzt wurde. Dabei hat sich die Mobilisierung der Bürger für Formen der politischen Partizipation, wie z.B. Bürgerforen oder Bürgerhaushalte, als mühsam erwiesen. Das Management von Bürgerbeteiligung an der Erstellung öffentlicher Leistungen stellt eine noch größere Herausforderung dar. Im Vergleich zur reinen politischen Partizipation, bei der Politik und Verwaltung freiwillig Entscheidungsbefugnisse abgeben, erzeugt die Mitwirkung an der Produktion öffentlicher Leistungen jedoch echtes Ownership am Gemeinwesen.

Gleichzeitig hat das Internet mit der hochproduktiven Open-Source-Bewegung und funktionierenden Peer-to-Peer-Netzwerken bewiesen, dass es neue Lösungen für Koordinations- und Kontrollprobleme, insbesondere dezentraler Produktionsformen, bietet. Zudem liegen durch die Einführung des New Public Management umfassende Erfahrungswerte zur Auslagerung staatlicher Teilaufgaben an private Akteure vor.

In meinem Essay möchte ich darlegen, wie durch die erweiterten Möglichkeiten des Internets (Stichwort Open Government) und den Lehren des New Public Management eine größere Beteiligung der Bürger an der Erstellung öffentlicher Leistungen organisiert werden kann, um so im Sinne des Kommunitarismus eine aktiven Bürgerschaft und ein verändertes Staatsverständnis herzustellen.

Die Krise der Arbeitsgesellschaft und die Ökonomisierung als gesellschaftliches Problem schreiten voran. Die Pluralisierung von Arbeitsverhältnissen und damit einhergehend ihre immer weiter um sich greifende Prekarisierung fordern ehemals etablierte Modi der Interessenvertretung von Arbeitnehmern und die Problemlösungsfähigkeit korporatistischer Institutionen heraus. Rekommodifizierungstendenzen greifen um sich. So sprechen Boltanski und Chiapello von einem neuen Geist des Kapitalismus mit dem Idealtypus des/der Projektarbeiter_in.

Dörres Landnahmetheorem versucht, die Fähigkeit des Kapitalismus zu fassen, sich immer neue Verwertungsmöglichkeiten zu erschließen. So auch in der Arbeitswelt. Die zunehmende Virulenz von Arbeitskraftunternehmern in verschiedensten Branchen, die Krise und Organisationsschwächer der Gewerkschaften bringen einen Verlust von Primär- und Sekundärmacht von abhängig Beschäftigten und insbesondere den sogenannten neuen Selbstständigen mit sich. Viele arbeitspolitische Forderungen sind auf Ebene der Tarifpolitik nur erschwert verhandelbar. Es haben sich mitbestimmungsfreie Zonen gebildet.

Neue, informelle Formen der Interessenvertretung scheinen zur prägenden Kraft zu werden. Ihre Eignung scheint fraglich. Dies kann zum einen neue Formen der Arbeitsregulierung notwendig machen, zum anderen stellt sich die Frage nach geeigneten Modi der Organisation alternativer kollektiver Vertretungsformen zur Dursetzung geteilter Interessen.

Im Essay möchte ich versuchen, die Problemlage anhand einer ausgewählten Branche in ihrer Relevanz zu verdeutlichen und Ansätze, Vorschläge und Aktionskorridore zur Abhilfe bzw. Gestaltung der neuen Arbeitsformen skizzieren und diskutieren. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden zur Revitalisierung der arbeitsmarktpolitischen Debatte für humane Arbeitsbedingungen gegen marktradikalisierte, wettbewerbszentrierte Position. Ziel ist eine Erweiterung der Arbeitspolitik auf individuelle Handlungsstrategien, gesellschaftspolitische Akteure und staatlichen Institutionen.

Komplexe Sicherheitssituationen erfordern komplexe Sicherheitsstrategien. Die zuletzt im Irak und in Afghanistan angewandte Militär-Strategie der Aufstandsbekämpfung (Counter insurgency bzw. COIN) ist eine solche komplexe Strategie. Abgeleitet aus den spezifischen Sicherheitsanforderungen der Konfliktsituation – asymmetrische Konflikte unter der Bedingung fragiler Staatlichkeit – vereint diese Strategie zivile und militärische Elemente. Doch nicht immer erweist sie sich als zielführend – im Gegenteil, zum Teil sieht sich das Militär sogar dem Vorwurf ausgesetzt, die Lage noch zu verschlimmern.

Der Human Security Ansatz von Mary Kaldor setzt an Kritikpunkten der derzeitigen Militärdoktrin COIN an und schlägt ein alternatives Konzept in Anlehnung an das UNDP Konzept der Human Security vor. Zentral dabei der Fokus auf dem Schutz der Zivilisten – und zwar noch vor dem Schutz der eigenen Soldaten im Kampfeinsatz und übergeordneten nationalstaatlichen Interessen. Fundierung des Ansatzes ist der globale Geltungsanspruch universeller Menschenrechte, der sich praktisch in der UN-Mandatierung von Einsätzen im Sinne der Durchsetzung des Völkerrechts fortsetzt. Damit entwickelt Kaldor ein Sicherheitskonzept, das in Global Governance Strukturen eingebettet ist und auf der Idee der Cosmopolitan Citizenship fußt. Die Zukunftsfähigkeit des Ansatzes liegt somit in der konsequenten Durchsetzung des Völkerrechts – und zwar jenseits nationalstaatlicher Grenzen. Doch wie realistisch ist die Umsetzung dieses Konzepts?

Der Essay beschäftigt sich mit eben dieser Frage und setzt an den Problemen derzeitiger COIN Implementierung an, um die Vorteile bzw. Weiterentwicklung des Ansatzes von Kaldor herauszuarbeiten. Ziel des Essays ist, zu identifizieren, in welchen Elementen die von Kaldor selbst eingeräumte Utopie liegt und welche Komponenten zukunftsfähige Impulse für die weitere Ausrichtung der Sicherheitsstrategien in komplexen Operationen liefern.

Die Welt verändert sich stetig. Das gilt nicht für ihre Oberfläche, Vegetation, Architektur oder Mode, sondern auch für die Sprachen. Die menschliche Sprache verwandelt sich kontinuierlich, Worte kommen hinzu oder verschwinden aus dem Wörterbuch. Es bilden sich verschiedene Slangs und Fachsprachen, die nur von einigen Wenigen gesprochen werden.

Während viele unserer Mitmenschen den Verlust des Sprachschatzes durch Anglizismen und Internet-Neologismen fürchten, konzentriert sich dieser Essay auf das, was wir wirklich verlieren, wenn sich eine Sprache nicht weiterentwickelt, sondern gänzlich vergeht. Von unseren geschätzt 6.500 Sprachen werden in den nächsten hundert Jahren 5.900 Sprachen dem Untergang geweiht sein. Viele von ihnen, genauer gesagt 20 %, sind jetzt schon so gut wie tot, denn sie werden von nur noch 5-20 Personen gesprochen. Und sobald diese Sprachgemeinschaft stirbt, wird ihre Sprache mit ihnen gehen.

Doch worin genau liegt dieser Verlust eigentlich? Sprache ist nicht nur ein Verständigungsmittel zwischen Menschen, sie ist auch ein Teil der Kultur und der Geschichte. Identität und Diversität gehen gleichermaßen verloren. Dieser Verlust ist so gut wie unaufhaltsam, denn eine Sprache kann nicht zum Leben gezwungen werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sie aufzuzeichnen und somit überdauern zu lassen.

Ziel des Essays ist es nicht, Lösungen gegen das Sprachensterben zu finden. Denn eine Sprache gegen den Willen oder die Möglichkeiten der Sprecher am Leben zu erhalten ist sowohl kompliziert als auch fragwürdig. Vielmehr soll die Schaffung eines neuen Bewusstseins für das größte Kommunikationsmittel im Vordergrund stehen und ein neues Licht auf die Sprachkultur werfen.